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HOCKEY IN DER SCHWEIZ

Anfänge in der Westschweiz


  HC Basel spielt gegen die Rovers HC Genève II am 14. April 1912 in Basel. Das Spiel endete 4 zu 3.
  Den Hockeysport brachten englische Studenten an West- schweizer Privatschulen um 1900 in die Schweiz. Das erste Spiel auf Schweizer Boden soll 1902 in einem Mädcheninternat gespielt worden sein. Zurückkehrende Genfer, die in Gross-britannien die Universität besucht hatten, gründeten dann 1910 den Rovers Hockey-Club Genf. Schon 1911 wurde der Hockey-Club Basel aus der Taufe gehoben. Das erste Spiel zwischen zwei Schweizer Mannschaften fand ein Jahr später, am 14. April 1912, statt. Auf der Basler Margarethenwiese standen sich der Basler HC und die zweite Mannschaft des Rovers Hockey-Club gegenüber. Die Basler siegten mit 4 zu 3.
 


 Heisse Szenen in kühlem Klima: Die Partie Münchner SC gegen Grasshopper Zürich fand am 28. November 1925 statt und endete mit 3 zu 1 für die Münchner.
 


 So dynamisch war Frauenhockey schon damals: Am 10. April 1926 besiegte das Team Champel HCF Genève die Zürcher Grasshopper mit 4 zu 3.
 
Jedes Team zählte damals nur acht Spieler. Nachdem sich der Hockeysport in Genf und Basel durchgesetzt hatte, wurden auch in Bern und Lausanne Clubs gegründet. Im Jahre 1914 gab der Basler HC zusammen mit Rovers Hockey-Club Genf, Villa Longchamp und Servette Genf den Anstoss zur Durchführung der ersten Meisterschaft in der Schweiz. Doch die Weltgeschichte durchkreuzte diese Pläne: Wegen des Ausbruches des 1.Weltkriegs kam dieser erste nationale Wettbewerb nicht zu Stande. Der Grund war das Fehlen eines Spielfeldes. Denn der Hockeyplatz des Basler HC musste an die staatliche Pflanzkommission abgegeben werden, weil - wie an vielen anderen Orten auch – Kartoffeln angepflanzt wurden, um die Ernährung der Bevölkerung in den Kriegszeiten sicher zu stellen.

Gründung des Schweizerischen Landhockey-Verbandes
Auf Initiative der Basler und Zürcher trafen sich im März 1920 Delegierte der fünf Vereine Basler HC, Servette Genf, Zürich, Kickers Luzern und HC Bern zur Gründung des Schweizerischen Landhockey-Verbandes (SLHV). Zum ersten Präsidenten wurde G. A. Wiget aus Zürich gewählt. Die Aufgabe des Verbandes war, sich um einen geregelten Meisterschaftsbetrieb zu kümmern. Die erste Meisterschaft vom 15./16. Mai 1920 wurde noch in Turnierform ausgetragen. Erster Schweizer Meister wurde Young Boys Bern. Diesen Titel bestätigten die Berner in den beiden darauf folgenden Jahren, als bereits ein Meisterschaftsbetrieb mit zwei Regionen (Ost- und Westschweiz) und mit Hin- und Rückspielen stattfand. Schon 1925 spielten auch die Frauen erstmals um den Schweizermeister-Titel, mit den Zürcher Grasshopper auf dem ersten Platz. Um einen Schweizer Cup kämpften die Herren erstmals im Jahr 1937, die Frauen 1966 und dann erst wieder 1978. Der Cup-Wettbewerb ist

 Den Revanche-Match gegen den Münchner SC gewannen die Zürcher Grasshopper am 28. November 1926 zu Hause mit 4 zu 3.
   bis heute ein fester Bestandteil des Spielbetriebs. In der Saison 1924/25 wurde die A-Klasse in drei Gruppen (Ost-, Zentral- und Westschweiz) aufgeteilt. Neu war auch der HC Olten mit von der Partie. Die Gruppensieger machten in einer einfachen Runde den Meistertitel unter sich aus. Dieser Modus wurde mit wenigen Unterbrüchen bis zur Saison 1954/55 beibehalten. Mit der Einführung der Nationalliga gehörte auch dieses Format der Vergangenheit an. So wurde der Spielbetrieb gleichstarker Mannschaften geschaffen.

Die Schweiz an olympischen Spielen

 Am 11. Mai 1930 standen sich Stade Lausanne und Servette Genf gegenüber. Die Lausanner gewannen mit 4 zu 3.

  Die Schweiz spielte sich rasch in die europäische Hockey-Spitzenklasse. Schon 1908 wurde im Rahmen der Olympiade von London erstmals Hockey gespielt. Seit 1928 ist Landhockey fester Bestandteil des olympischen Programms. Die Schweiz nahm damals in Amsterdam am olympischen Turnier teil, gewann von vier Gruppenspielen jedoch nur dasjenige gegen Österreich. Erneut im Einsatz war die Nationalmannschaft 1936 in Berlin, wo ein ein hervorragender fünfter Platz herausschaute,dann wieder zwölf Jahre später in London, wo die Schweiz Gruppenzweiter wurde. Vier Jahre später, 1952, spielten die Schweizer in Helsinki nach einer Niederlage gegen Österreich in der Trostrunde. Die bisher letzte Teilnahme an einer Olympiade datiert aus dem Jahr 1960. Sie verlor alle Gruppenspiele zum Teil deutlich und beendete das Turnier schliesslich
auf dem 15. und damit zweitletzten Rang. Fast 40 Jahre später scheiterte das Schweizer Team in der Qualifikation für Sidney 2000 nur ganz knapp.
 
 Die Schweitzer Herren-Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin: Die Partie gegen Frankreich endete am 4. August mit einer 0 zu 1-Niederlage der Schweizer.


 Stade Lausanne blieb am 17. September 1944 in der Begegnung mit Young Sprinters Neuchâtel mit 5 zu 0 siegreich.
 
 Doch gegen BlacBoys Genève verlor Stade Lausanne am 14. Oktober 1945 mit 2 zu 3.
 
 Szene aus dem Länderspiel Schweiz - Holland vom 29. Mai 1950 in Zürich. Gastgeber Schweiz verlor mit 1 zu 3.

Einführung des Hallen-Hockeys

 Nur wenige Zuschauer wollten die Partie Stade Lausanne IIb gegen HC Zürich II am 6. Mai 1951 in Luzern sehen. Die Zürcher siegten mit 1 zu 0.

 Das Resultat der Partie Basler HC gegen Stade Lausanne vom 1. April 1962 ist leider nicht bekannt.
In diesen Jahren haben sich auf nationaler Ebene die Kräfteverhältnisse zwischen West- und Deutschschweizer Clubs langsam verschoben: Während sich bis in die fünfziger Jahre die Clubs aus der deutschen und der welschen Schweiz einigermassen die Waage hielten, verlagerte sich in der Folge der Schwerpunkt des Landhockey nach Osten (Basel, Olten, Wettingen, Luzern, Zürich). Vor allem Wettingen entwickelte sich zu einer eigentlichen Hochburg im Schweizer Landhockey. Dies hängt auch mit dem Aufschwung des Hallen-Hockeys zusammen. Dieser wurde anfangs der 1960er Jahre in der Schweiz eingeführt. Die erste Herrenmeisterschaft wurde 1962 gespielt, wobei Rotweiss Wettingen den Titel des Schweizer Meisters errang. Vier Jahre später, 1966, folgte die erste Hallenmeisterschaft der Frauen. Hier gewann der Luzerner Sportclub den ersten Titel. Nach einer langen Phase der Dominanz Deutschweizer Clubs verzeichnet seit Anfang des neuen Jahrtausends die Region Genf einen starken Aufschwung. Die Calivin-Stadt,im Jahre 2009 mit zwei Mannschaften in der NLA vertreten, wird zusehends wieder zu einer Landhockeymacht.

Landhockey heute


 Irgendwann in den Jahren 1967/68 standen sich der DHC Baslerdybli und der Berner HC gegenüber. Die beiden Frauenteams trennten sich 1 zu 1.

  Die Schweiz zählt heute (2009) 22 Clubs mit 3200 Mitgliedern. Die Zahl der Lizenzen, also der aktiven Spielerinnen und Spieler, schwankt zwischen 1400 und 1500.
 
Die ewige Bestenliste sieht gegenwärtig (Stand Ende 2009) folgendermassen aus:
Feldmeisterschaft Herren
1. HC Rotweiss Wettingen
(22 Titel)
2. Stade Lausanne und HC Olten
(je 16 Titel)
3. Grasshopper Zürich
(7 Titel)

 In der Saison 1973/74 siegte Rotweiss Wettingen gegen den HC Olten mit 2 zu 1.
Feldmeisterschaft Frauen
1. HC Luzern
(17 Titel)
2. Red Sox Zürich
(14 Titel)
3. RW Wettingen, Grasshopper, Young Boys
(9 Titel)

Hallenmeisterschaft Herren
1. HC Rotweiss Wettingen
(21 Titel)
2. Grasshopper Zürich
(8 Titel)
3. HC Luzern und HC Basel
(je 7 Titel)

 Der Basler HC gewann in der Saison 1976/77 die Partie gegen Servette HC Genève mit 3 zu 0.
Hallenmeisterschaft Frauen
1. HC Luzern
(11 Titel)
2. HC Rotweiss Wettingen
(9 Titel)
3. DHC Baslerdybli Basel
(8 Titel)

Schweizer Cup Herren
1. HC Rotweiss Wettingen
(21 Titel
2. HC Olten
(11 Titel)
3. Stade Lausanne
(10 Titel)

 So spektakulär kann Landhockey sein: Szene aus dem Nettelstroth-Turnier von 1980. Das Bild erschien erstmals im Oltener Tagblatt und wurde später zum Sportfoto des Jahres gewählt.
Schweizer Cup Frauen
1. HC Young Boys Bern
(9 Titel)
2. Grasshopper Zürich
(6 Titel)
3. RW Wettingen und HC Olten
(je 5 Titel)