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U16 Hockey5 Europameisterschaft: SWIHOGIS holen Silber - U16 Boys werden Vierter

So 07.07.2019 11:55
Autor: Swiss Hockey
In Walcz (Polen) fand letzte Woche die Europameisterschaften der U16 im Landhockey statt. Wie an den Youth Olympic Games wird in dieser Altersklasse das attraktive Hockey5 gespielt, auf einem kleinen Feld mit Banden. Das bedeutet ein extrem schnelles und attraktives Spiel von 3x10 Minuten Dauer mit je 4 Feldspielern und einen Torwart.

Der Schweizer Verband stellte sowohl bei den Mädchen, wie auch bei den Jungs ein Team in der obersten Stärkeklasse.

Die Mädchen um Coach David Lorenz startet mit einem Sieg in das Turnier. Die Türkinnen wurden während 2 Dritteln dominiert und führten diskussionslos mit 5:1. Im letzten Drittel drehten die Gegnerinnen aber nochmals auf und kamen bis zur letzten Minute noch auf 6:4 heran, bevor die Luzernerin Charline Heselhaus zum Schlussresultat von 7:4 skorte.

Gegen die Waliser mussten die Schweizer Jungs bis zur letzten Minute kämpfen. Zwar legten Würzner und Fischbach im zweiten Drittel zur 2:0 Führung vor, doch schafften die Waliser im letzten Drittel die Wende zum zwischenzeitlichen 3:2. Erst in der letzten Spielminute erzielte Lars Stomps den Schweizer Ausgleich, der aber durch einen Penalty Challenge nochmal in Frage gestellt wurde. Dank einer ausgezeichneten Parade von Torhüter Victor Thijs brachten die Schweizer Jungs das Unentschieden über die Runden.

Die beiden Abendspiele liefen nicht nach dem Gusto der Schweizer/-innen. Die Mädchen spielten gegen das Heimteam aus Polen eine starke Partie, mussten aber in der letzten Sekunde die Niederlage einstecken. Die
Jungs verloren gegen die Weissrussen mit 3:2 trotz einer zwischenzeitlichen 2:0 Führung. Der Siege wäre parat gelegen, doch leider fielen trotz vielen guten Chancen keine weiteren Tore.

Der zweite Spieltag startete für das Girls Team mit einem klaren Sieg gegen Wales und endete mit mit einem 2:1 Sieg gegen Kroatien. Dabei stand es lange 1:1 bevor die Luzernerin Charline Heselhaus bei einer
Überzahlsituation den 2:1 Siegtreffer erzielte.

Die Jungs hatten am Donnerstag eine schwere Aufgabe vor sich. Gegner war abends um 18.30 Uhr Gastgeber Polen, die am Vortag gegen gegen Wales 8:2 und gegen die Türken am Vormittag mit 8:3 gewannen. Der Tag und das Warten auf das Abendspiel war lange und nicht einfach. Die Coaches Fischbach
und Grandchamp verstanden es jedoch, das Team auf die wichtige Partie gegen den haushohen Favoriten Polen richtig einzustellen. Die Schweizer Jungs gaben nicht die von den Polen erwarteten einfachen Gegner ab. Angriffig und sehr kämpferisch starteten die Helvetier und schossen durch Rodriguez nach sechs Minuten das erste Tor. Der Ausgleich fiel zwar prompt, aber noch kurz vor Schluss brachte Grandchamp die roten Kämpfer wieder in Front. In der zweiten Minute im zweiten Drittel erhöhte Rodriguez mit seinem zweiten Treffer auf 3:1. Bei den Polen setzte sich der Führende im Torschützenklassement Robert Pawlak
in der siebzehnten Minute durch und erzielte den Anschlusstreffer, auf den jedoch Matthieu Würzner postwendend den zwei Tore Vorsprung wiederherstellte. Der Druck der Polen wurde nun immer stärker und mit der Sirene zur zweiten Pause erzielten den Polen ihren dritten Treffer, wieder durch deren Captain
Pawlak. Noch führten die Schweizer Boys mit einem Tor, aber noch lange zehn Minuten des dritten Abschnittes lagen vor Ihnen. Das Spiel wurde immer kämpferischer, die im Turnier dominierenden Polen bemerkten, dass die Gegner aus der Schweiz nicht so einfach zu schlagen wären und setzten noch einen Gang zu. Wiederum Pawlak nutzte seine Chance und erzielte den Ausgleich zum 4:4 in der Mitte der letzten Spielzeit. Souverän überstanden die Schweizer in der Folge eine Unterzahl Situation, die die Polen nicht ausnützen konnte. Zwei Minuten vor Schluss markierten Grandchamp und Rodriguez mit einem Hattrick die beiden Treffer zum hochverdienten und erkämpften 6:4 Schlussresultat.

Am Freitag morgen hiess es früh aufstehen, denn bereits um 09:30h erwarteten uns die Türken auf dem Feld. Das Team der Türken zählt sicher nicht zu den Besten, aber darf nicht unterschätzt werden. Nicht eine so ganz einfache Aufgabe. Mit einem Sieg und möglichst vielen Toren könnten sich die Schweizer gar die Halbfinalqualifikation noch erarbeiten. Die Schweizer Spieler haben sich hervorragend auf das regnerische Wetter und die Ausgangslage eingestellt und waren von der ersten Sekunde an die dominierende Mannschaft auf dem Feld. Schon nach zwei Minuten erzielte Loris Grandchamp den Führungstreffer, und doppelte im zweiten Drittel wieder nach zwei Minuten nach. Den Türken gelang zwar der zwischenzeitliche Anschlusstreffer, doch Max Fischbach erhöhte kurz vor der zweiten Pause mittels Penalty Challenge auf 3:1. Das letzte Drittel verkam zur klaren Sache. Grandchamp erzielten mit dem 4:1 seinen zweiten Hattrick, der Luzerner Verteidiger Livio Schorno erhöhte das Skore innert kürzester Zeit mit einem Doppelschlag und Matthieu Würzner und Ben Gasser schossen noch die beiden letzten Tore zum hochverdienten 8:1. Dank diesem hohe Resultat und der Schützenhilfe der Polen schafften die Schweizer Boys den Einzug ins Halbfinale!

Praktisch gleichzeitig spielten auch die Mädchen gegen Russland um einen Platz im Kampf um die Medaillen. Das Spiel war auf Messers Schneide. Zwar skorte Clara Kretschmar in der 7. Spielminute zum 1:0
Führungstreffer, doch im zweiten Drittel mussten die Schweizerinnen den Ausgleich entgegennehmen. Die Schweizerinnen mussten unbedingt gewinnen, damit sie das Halbfinale sicher erreichen konnten. Das gleiche galt auch für die Russinnen, die im letzten Drittel alle Vorteile auf ihre Seite zogen und mit 3:1 in Front lagen. Nur noch drei Minuten waren zu spielen, da schaffte Charline Heselhaus vom Luzerner SC mit einem Penalty den Anschlusstreffer, ehe Marla Herrmann in der 28. Spielminute Ausgleich erzielten. Damit hätte die Qualifikation für das Semifinale aber noch nicht genügt. Captain Clara Kretschmar machte dann in der allerletzten Spielminute den Sack zu und erzielte den vielumjubelten Siegtreffer.

Im Kampf um den Einzug ins Finale trafen die Schweizerinnen auf unsere westlichen Nachbarn. Die Schweizer Girls starteten furios und schossen schon in der zweiten Spielminute durch Diana Hoxhaj den Führungstreffer. Danach gestaltete sich der Spielverlauf ausgeglichen und es fielen keine weiteren Tore im ersten Spielabschnitt. Mit ihrem zweiten Tor zu Beginne der mittleren Spielzeit erhöhte Hoxhaj auf 2:0 ehe die Französinnen innert einer Minute den Ausgleich erzielten. Mit einer starken Aktion konterte Dunja Härtsch jedoch die Französinnen aus und schob zum 3:2 Führungstreffer ein, den die Schweizerinnen mit ins letzte Drittel nahmen. Mit einem weiteren Tor durch Härtsch schafften sich die Girls von der Coaches Lorenz und Schaeben einen beruhigenden Vorsprung. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Französinnen brachte die Spannung aber vier Minuten vor Ende nochmals zurück. Doch Captain Clara Kretschmar fackelte nicht lange und erzielten das fünfte Schweizer Tor und sicherte sich den Schweizerinnen den verdienten Sieg, auch wenn die Französinnen in der letzten Minute noch einen weiteren Treffer erzielten. Damit steht die kleine Landhockey Nation Schweiz im Finale der A-Europameisterschaft bei den U16!

Das Halbfinalspiel der Jungs, ebenfalls gegen Frankreich, war eine sehr hart umkämpfte Partie. Schweizer starteten wie gewohnt stark in das Spiel und brachten die Franzosen in Verlegenheit. Das erste Drittel endete
torlos. Beide Teams spielten ebenbürtig, mit leichten Vorteilen für das rote Team. Mitte des zweiten Drittels eroberte Max Fischbach den Ball und setze sich gegen zwei Gegner durch. Zwar scheiterte der Abschluss am französischen Keeper, doch gegen den konsequenten Nachschuss von Fischbach war kein Kraut gewachsen. Das letzte Drittel musste die Entscheidung bringen. Der Schweizer Torschütze vom Dienst, Grandchamp erzielte mittels Penalty den 2:0 Führungstreffer. Doch mit einem Doppelpack im Gegenzug glichen die Franzosen das Skore wieder aus. Die Schweizer hatten aber Lunte gerochen und erhöhten durch Eugster zum 3:2. Drei Minuten vor Schluss musste ein blauer Angreifer mit einem Foul gestoppt werden, was zu einem Penalty gegen die Schweiz und zum 3:3 Ausgleich führte. Es kam zum Penaltyschiessen, wo die französischen Favoriten die Nerven besser unter Kontrolle halten konnten und sich den Einzug ins Endspiel sicherten.

Am Samstag hiess der Gegner Polen, sowohl im Spiel um Platz drei bei den Jungs, wie auch im Finale bei den Mädchen. Die Schweizer Jungs gingen konzentriert zur Sache und Grandchamp eröffnete das Skore für die Schweizer mit einem herrlichen Schuss zum 1:0. Doch postwenden erzielten die Polen den Ausgleich. Im zweiten Drittel konnten die Polen zwei Tore zur 3:1 Führung erzielen, wogegen die Schweizer es nicht schafften, sich entscheidend vor dem gegnerischen Tor in Szene zu setzen. Das letzte Drittel war an Intensität nicht zu überbieten. Beide Teams legten nochmals alles in die Waagschale. Auf das 4:1 erzielte Schorno im Gegenzug mit einem Distanzschuss das 4:2. Die Schweizer kämpften mit der Brechstange bis zum Schluss, doch die Einheimischen nutzten kleine Fehler schonungslos aus und schossen Polen zum
verdienten 6:3 Sieg.

Auch die Mädchen mussten ihr Finalspiel gegen die Polen austragen. Lange Zeit stand das Spiel unentschieden. Die Entscheidung fiel im zweiten Spielabschnitt. Den Schweizerinnen gelang es nicht die sich bietenden Möglichkeiten auszunutzen, so dass die Polinnen mit der Sirene zur Pause noch das 2:0 erzielen konnten. Das letzte Drittel war wieder ausgeglichen. Auf das 3:0 der Polinnen folgte durch Leonie Barmettler das Aufbäumen. Doch Polen agierte geschickt und schaukelte den Europameister Titel nach Hause.

Den Gewinn des Vize-Europameister Titels ist in der Geschichte des schweizerischen Damen Landhockey der grösste je erzielte Erfolg. Auch der undankbare vierte Rang bei den Jungs darf als erfolgreiche Fortführung der Nachwuchsarbeit angesehen werden. Schon vor zwei Jahren erreichten die Schweizer U16 Spieler einen vierten Platz. Diese erfolgreiche Nachwuchsarbeit lässt für die sportliche Zukunft des Schweizer Landhockey hoffen.

 

 

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